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US-Präsidentenwahl 2020: Diese Wahlprognose könnte Donald Trump mächtig Angst machen

US-Präsident Donald Trump kämpft seit seinem Amtsantritt mit negativen Zustimmungswerten. Ein Umfrageunternehmen hat jetzt ermittelt, wie sich die Zahlen bei der Wahl 2020 auswirken würden.

US-Präsident Donald Trump

Düstere Aussichten für die Wahl im November 2020? US-Präsident Donald Trump

DPA

Dass Umfragen vor Wahlen komplett falsch analysiert werden können, weiß kaum einer besser als Donald Trump. 2016 schlug er entgegen der Prognosen fast aller Demoskopen Hillary Clinton im Kampf um die Präsidentschaft und zog ins Weiße Haus ein. Die Zahlen, die das Online-Umfrageunternehmen Civiqs jetzt ermittelt hat, sollten Trump dennoch mächtig zu denken geben, wie das "New York Magazine" berichtet. Demnach sind die Zustimmungswerte für den Präsidenten in zehn US-Bundesstaaten, die 2016 an die Republikaner gingen, derzeit negativ: Arizona, Florida, Georgia, Iowa, Michigan, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Texas und Wisconsin.

Donald Trump würde krachende Niederlage kassieren

Civiqs hat dem Bericht zufolge in allen US-Bundesstaaten Trumps "job-approval ratings" ermittelt. Diese geben an, wie zufrieden die Menschen mit der Amtsführung des Präsidenten sind. Auf Grundlage der gewonnenen Zahlen haben die Meinungsforscher dann berechnet, wie viele Wahlmännerstimmen Trump bei der Präsidentenwahl in den jeweiligen Staaten erhalten würde. In den USA stimmen die Wähler nicht direkt über ihren Präsidenten ab, sondern sie wählen ein Kollegium aus Wahlmännern und -frauen ("Electoral College"), das dann den Präsidenten kürt. In den allermeisten Bundesstaaten gilt dabei das Mehrheitswahlrecht, wonach die siegreiche Partei alle Wahlmännerstimmen erhält, egal, wie knapp ihre Mehrheit ist. Wie viele Wahlleute ein Staat hat, hängt von seiner Bevölkerungsstärke ab.

Donald Trump sagt: Er bereut keinen einzigen seiner Tweets

Nach den Berechnungen von Civiqs würde Trump insgesamt 119 Wahlmännerstimmen erhalten, was eine krachende Niederlage bedeuten würde. Für eine absolute Mehrheit und damit den Verbleib im Weißen Haus bräuchte er 270 der insgesamt 538 Wahlleute des Electoral College.

Und es sei nicht so, dass in all diesen Bundesstaaten, die Trump 2016 gewinnen konnte und in denen er nun schlecht abschneidet, Sieg oder Niederlage auf des Messers Schneide stünden, berichtet das "New York Magazine" weiter. In vielen Staaten liege er deutlich im Minus. Auch gebe es praktisch keinen Hinweis darauf, dass Staaten, die Clinton 2016 knapp gewinnen konnte, nun in Trumps Richtung tendierten.

Zudem habe Civiqs nicht etwa nur wahlberechtigte Personen, sondern registrierte Wähler befragt, was die Ergebnisse zu einem relativ guten Spiegelbild der Ansichten der Wählerschaft mache. Darüber hinaus decken sich die Civiqs-Zahlen - und damit die Grundlage der Berechnungen - dem Bericht zufolge mit den einzigen anderen verfügbaren "job-approval ratings" auf bundesstaatlicher Ebene, die das Medienunternehmen Morning Consult im Juli veröffentlichte.

Trumps Popularitätskurve seit Amtsbeginn im Minus

Wenn man den Ergebnissen von Civiqs Glauben schenkt, müsste Trump seine Beliebtheit in den kommenden Monaten deutlich steigern, um bei der Wahl im November 2020 eine Chance zu haben. Das dürfte ihm aber ziemlich schwer fallen. Denn seit seinem Amtsantritt im Januar 2017 kämpft der Präsident ununterbrochen mit negativen Zustimmungswerten. Derzeit liegt er sowohl laut Civiqs als auch laut der Webseite Real Clear Politics, die einen Schnitt aller Umfragen ermittelt, bei 43 Prozent.

Im Januar dieses Jahres, nach zwei Jahren an der Macht, war Trump so unbeliebt, wie kein anderer Präsident seit dem Zweiten Weltkrieg es zur Hälfte seiner Amtszeit vor ihm war, außer Ronald Reagan Anfang 1983. Und genau darin könnte Trumps Hoffnung liegen, alle Demoskopen doch mal wieder Lügen zu strafen: Bis zur Wahl im November 1984 steigerte Reagan seine Popularitätsrate auf über 60 Prozent, schlug seinen demokratischen Herausforderer Walter Mondale mit haushohem Vorsprung - und blieb für vier weitere Jahre Präsident der USA.

Quellen: Civiqs"New York Magazine"Real Clear Politics