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Mindestens zwei Menschen tot: Amoklauf in Halle – was wir sicher wissen und was nicht

Amokalarm in Halle an der Saale. Mindestens zwei Menschen wurden getötet, Nachrichten und Spekulationen überschlagen sich. Das wissen wir zurzeit sicher – und das noch nicht.

Attacke: Attentäter erschießen zwei Menschen in Halle – Polizei fasst Täter

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Menschen in Halle an der Saale spricht Oberbürgermeister Bernd Wiegand von einer "Amoklage". Alle Rettungskräfte seien in Alarmbereitschaft, die Polizei ist mit einem Großaufgebot und Spezialkräften in der 240.000-Einwohnerstadt in Sachsen-Anhalt im Einsatz.

+++ Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung nach den tödlichen Schüssen in Halle auch im stern-Ticker +++

Die Behörden warnen vor Spekulationen zu dem Geschehen in Halle, noch ist vieles unklar, anderes dagegen gesichert. Der stern fasst bisherigen die Erkenntnisse zusammen. (Stand 18 Uhr)

Was wir über die Lage in Halle an der Saale wissen

  • Die Polizei informierte um 12.48 Uhr, dass in Halle an der Saale mehrere Menschen getötet wurden und die Täter auf der Flucht sind.
  • Inzwischen sind zwei Tote bestätigt. Es seien mehrere Schüsse gefallen, so die Behörden. Es handele sich bei den Opfern um einen Mann und eine Frau. Eines der Todesopfer lag 30 Meter von Halles Synagoge entfernt auf der Straße.
  • Die Täter flüchteten nach Erkenntnisse der Ermittler mit dem Auto.
  • Um 13.44 Uhr meldete die Polizei die Festnahme eines Tatverdächtigen.
  • Die Bevölkerung in Halle an der Saale wurde aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Am Abend hob die Polizei die Warnung wieder auf: "Wir sind weiter mit starken Kräften im Bereich. Sie können wieder auf die Straße", twitterten die Beamten.
  • Im etwa 15 Kilometer von Halle entfernten Landsberg wurde ebenfalls vor Schusswaffengebrauch gewarnt, die Polizei ist dort nach Reporterangaben ebenfalls im Großeinsatz.
  • Der Vorfall ereignet sich am jüdischen Feiertag Jom Kippur unweit der Synagoge in Halle.
  • Die Bundesregierung zeigte sich bestürzt über die tödlichen Schüsse. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach von "schrecklichen Nachrichten".
  • Der Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand, berief nach den tödlichen Schüssen in der Stadt einen Stab für Außergewöhnliche Ereignisse ein. Wiegand sprach in einer Mitteilung von einer "Amoklage".
  • Der Hauptbahnhof von Halle wurde zeitweise gesperrt, die Sperre wurde inzwischen wieder aufgehoben.
  • Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.
  • Die Uniklinik Halle bestätigte dem stern, dass sie zwei Personen mit Schussverletzungen aufgenommen hat.
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Die Orte des Geschehens 

Halle und Umgebung

Die Orte des Geschehens (rote Punkte):

In Halle fallen um die Mittagszeit Schüsse unmittelbar vor der Synagoge und des Jüdischen Friedhofs. Eine Frau wird erschossen.

Rund 600 Meter entfernt wird ein Mann in einem Döner-Imbiss erschossen. 

Auch im rund 15 Kilometer von Halle entfernten Landsberg fallen Schüsse. Im Ortsteil Wiedersdorf erpresst der Verdächtige in einer Autowerkstatt ein Fluchtfahrzeug und schießt zwei Menschen an.

Auf der B91 zwischen Weißenfels und Zeitz, knapp 40 Kilometer südlich von Halle, soll es schließlich zu einer Festnahme durch die Polizei gekommen sein.

Was wir nicht sicher wissen

  • Die Identität der Toten ist noch nicht bekannt.
  • Bei wem es sich um den Festgenommenen handelt, teilte die Polizei noch nicht mit.
  • Ebenso ist unklar, ob und wie viele Täter noch auf der Flucht sind.
  • Zu dem Hintergrund der Tat und einem möglichen antisemitischen Hintergrund der Schüsse machte die Polizei noch keine Angaben. Dies sei Bestandteil der Ermittlungen.
  • Auch zur Bewaffnung der Täter gibt es noch keine gesicherten Informationen.
  • Der Polizeischutz für mehrere Synagogen in Deutschland wurde verstärkt.

Quellen: Polizeiinspektion Halle (Saale), Nachrichtenagenturen DPA und AFP

wue