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Light Tank: Griffin II – kleiner Panzer mit tödlicher Kanone

Die Panzer der US-Army wurden immer größer und schwerer. Bis 2025 will die Army nun 504 leichte Panzer in Dienst stellen. General Dynamics hat ein Modell des Griffin II vorgestellt. Er wiegt nicht mehr als ein Schützenpanzer und trägt doch eine 120-Millimeter-Kanone wie der Leopard II.

Die Panzer der US-Army haben das gleiche Problem wie die Bevölkerung der USA: Sie leiden unter Übergewicht. Der Kampfpanzer (Main Battle Tank – MBt) Abrams M1A2 bringt fast 70 Tonnen auf die Straße. In den Disziplinen Panzerschutz und Feuerkraft können so schwere Panzer punkten, ihre Beweglichkeit leidet aber enorm, ebenso steigt der logistische Fußabdruck immens. 

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Um dieses Manko auszugleichen, wurde Ende 2018 ein Programm zum Bau eines leichten Panzers ausgeschrieben. BAE Systems und General Dynamics nehmen daran teil. Für jeweils 376 Millionen US-Dollar sollen sie in nur 14 Monaten einen leichten Tank entwickeln und zugleich 12 Tanks für die Erprobung bauen. Angesichts des engen Zeitrahmens werden die Panzer vermutlich eine evolutionäre Entwicklung aus bestehenden Systemen sein.

Neues Modell des Griffin II

Auf der Messe "Modern Day Marine Expo 2019" in Quantico, Virginia zeigte General Dynamics nun ein Plastikmodell des Light Tank mit dem Namen Griffin II. Die Army wünscht ein Fahrzeug der 30-Tonnen-Klasse, dass in die Einsatzregion eingeflogen werden kann. Es soll Kampfgruppen von Infanteriebrigaden (IBCT) bei ihren Einsätzen unterstützen. Das heißt: Der Light Tank soll die Bodentruppen auch in Städten begleiten und unterstützen können. Er muss auf engem Raum manövrieren können, dabei aber über genug Feuerkraft haben, um die Soldaten auch mit Schüssen auf lange Distanz zu unterstützen. Bei mittlerem Gewicht muss dieser Panzer also eine große Kanone tragen. Der Griffin II wird einen Kettenantrieb, eine moderne Panzerung und eine 120-Millimeter-Kanone erhalten. Das ist das gleiche Kaliber wie es auch von ausgewachsenen Kampfpanzern wie dem Leopard II oder dem Abrams M1A2 benutzt wird.

Laut dem Modell wurde der Turm nicht komplett neu entwickelt, es ist eine etwas kleinere Version des M1 Abrams-Turms. Bis 2025 will die US-Armee 504 dieser Panzer kaufen.

Turm und Hauptwaffe des Griffin II zeigen, dass der leichte Panzer im Wesentlichen auf die Bekämpfung von Kampfpanzern und anderen gepanzerten Fahrzeugen ausgelegt ist. Er nimmt so das Konzept eines Jagdpanzers auf – allerdings mit drehbarem Turm. Andere Konzepte sehen für diese Aufgabe eher Schützenpanzer vor, die eine Hauptwaffe von kleinerem Kaliber tragen und gegnerische Panzer mit Raketen ausschalten sollen.

Ein ganz anderes Konzept verfolgt Russland mit den Unterstützungspanzern vom Typ Terminator. Der Kampf gegen Kampfpanzer steht bei ihnen an zweiter Stelle, dafür tragen die russischen Terminatoren einen Waffenmix, der eine extreme Feuerkraft auf mittlere und kurze Distanz ermöglicht. Am Griffin II zeigt sich der veränderte Focus des Pentagons. Die Kriege seit 1989 wurden gegen unterlegene Gegner oder nur leicht bewaffnete Aufständische geführt, der Griffin II wird für den Kampf gegen einen Feind benötigt, der selbst gepanzerte Einheiten mit hoher Feuerkraft in die Schlacht werfen kann.

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