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Automesse Frankfurt: Volkswagen ID. 3 – das E-Mobil für jedermann

VW startet die Elektrooffensive. Nach dem Diesel-Desaster will der Konzern nun ein elektrisches Volks-Auto bauen. Der ID. 3 ist ein vielversprechender Anfang – nur sollte man sich vom Einstiegspreis nicht blenden lassen

Alles andere als ein Verzichtsmobil: Von außen wirkt der ID. 3 dank der Felgen sehr stattlich.

Alles andere als ein Verzichtsmobil: Von außen wirkt der ID. 3 dank der Felgen sehr stattlich.

dpa

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Der "ID.3 bietet Elektromobilität für alle", tönt VW – der ID.3 ist das erste Modell, das auf dem neuen Elektrobaukasten basiert. In den nächsten Jahren sollen 33 Modelle des VW-Konzerns den Baukasten verwenden. So will VW Klimaschutz und individuelle Mobilität versöhnen – vor allem aber will der Konzern so sein desaströses Image als "Diesel-Schummler" abschütteln.

Automesse Frankfurt: Volkswagen ID. 3 – das E-Mobil für jedermann
Alles andere als ein Verzichtsmobil: Von außen wirkt der ID. 3 dank der Felgen sehr stattlich.

Alles andere als ein Verzichtsmobil: Von außen wirkt der ID. 3 dank der Felgen sehr stattlich.

dpa

Ausbruch aus dem Image-Keller 

"Der ID.3 ist mehr als ein neues Modell. Das ist das Auto, das von uns jetzt erwartet wird", so VW-Vorstandschef Herbert Diess bei der Präsentation in Frankfurt. Volkstümlich soll vor allem der Preis sein: Die Einstiegsversion bleibt mit 29.000 Euro knapp unter der 30.000 Euro Marke. Ein Golf mit einem 150 PS Benziner kostet in der Ausstattungslinie Trendline 26.320 Euro. So gesehen ist der Elektroaufpreis moderat.

Das hört sich gut an, ist aber doch eine kleine Schummelpackung. Die neue Generation von E-Autos will in einem Punkt zu den Verbrennern aufschließen: bei der Reichweite. Und die beträgt in der Basisversion des ID. 3 übersichtliche 330 Kilometer – nach Norm. Wer weiterkommen will, muss mehr Kapazität als Extra ordern. Die Akkus der Basisversion haben eine Kapazität von 48 Kilowattstunden (Netto 45 kWh). Die mittlere Batteriegröße von 62 kWh (48 kWh netto) bringt 420 km und mit der größten Version von 82 kWh (77 kWh netto) soll man bis zu 550 Kilometer weit kommen. Die Höchstgeschwindigkeit ist immer 160 km/h. Von 0 auf Tempo 100 dauert es rund acht Sekunden. Schnelle Autobahnfahrt, Kälte und andere Widrigkeiten reduzieren die Normreichweite.

Nutzung entscheidet

Die Basisreichweite reicht für Zweitwagen und für Dienstfahrzeuge im städtischen Raum, wer aber ein Auto sucht, dass auch zum Reisen geeignet ist, wird bei den Akkus updaten müssen. Die Version mit den größeren Akkus kann an einer 100 kW Ladestation nach 30 Minuten Strom für etwa 290 Kilometer tanken. Auf die Batterien gibt es acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer Garantie.

Der ID.3 basiert auf dem kurzen Radstand des neuen Baukastens. Damit besitzt er in etwa die Abmessungen eines Golf 7. Er ist 4,26 Meter lang, 1,81 Meter breit, 1,55 Meter hoch und mindestens 1719 Kilogramm schwer. Im Innenraum geht es vergleichsweise geräumig zu. Es gibt viele Ablagen und je zwei USB C-Anschlüsse vorn und hinten. In der zweiten Reihe finden auch Erwachsene Platz. In den Kofferraum passen 385 Liter.

Außen schicker als innen

Trotz des schwarzen Klavierlacks erinnert das Interieur ein wenig an ein Nutzfahrzeug, da doch viel Hartplastik verbaut wurde. Der zehn Zoll große Touchscreen erreicht nicht die Dimensionen des Tesla Tablets. Die Automatik ist denkbar einfach: Dreht man den Knubbel nach vorn, kann man losfahren. Die entgegengesetzte Richtung legt den Rückwärtsgang ein. Von außen wirkt der ID.3 schöner als von innen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man ihm keine kleinen Sparreifen verordnet hat.

Er steht mindestens auf 18 Zöllern, optional gibt es auch 19 und 20 Zoll Varianten. Die Serienfertigung des ID.3 wird im November anlaufen, im Frühjahr 2020 werden die ersten Modelle ausgeliefert, die ersten 30.000 Exemplare sind bereits verkauft.

Ob es zum Volks-Stromer reicht, wird die Zukunft zeigen und die Fähigkeit von VW, auch genügend E-Autos für das Volk zu produzieren. Denn derzeit wird die Nachfrage nach Elektroautos durch die Lieferengpässe abgewürgt.

Kra mit Pressinform

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